Stecklinge ziehen ist eine der zuverlässigsten Methoden, um Pflanzen genetisch identisch zu vermehren. Statt jedes Mal neu aus Samen zu starten, nutzt du eine kräftige Mutterpflanze als Quelle und erhältst Nachkommen mit denselben Eigenschaften. Das spart Zeit, sorgt für gleichmäßige Bestände und ist auch für Einsteiger gut machbar. In diesem Beitrag zeigen wir dir Schritt für Schritt, worauf es bei Mutterpflanze, Schnitt, Bewurzelung und Anzuchtbedingungen ankommt.
Hinweis: Beachte stets die geltende Rechtslage zum Anbau in deinem Land bzw. Bundesland. Unsere Tipps dienen ausschließlich informativen Zwecken. Angebote richten sich an Personen ab 18 Jahren.
Die Mutterpflanze auswählen
Alles beginnt mit einer gesunden, kräftigen Mutterpflanze. Sie sollte sich in der vegetativen Phase befinden und frei von Schädlingen oder Krankheiten sein. Achte auf folgende Merkmale:
- kräftiger, gleichmäßiger Wuchs ohne Mangelerscheinungen
- ausreichend Seitentriebe, die du entnehmen kannst
- stabile Lichtversorgung im vegetativen Zyklus (z. B. 18 Stunden Licht)
Eine gut versorgte Mutterpflanze liefert über Monate hinweg Material für neue Stecklinge.
Der richtige Schnitt
Sauberes Arbeiten ist hier entscheidend. Verwende ein scharfes, desinfiziertes Messer oder eine Skalpellklinge, um Quetschungen und Infektionen zu vermeiden.
- Wähle einen Seitentrieb mit etwa 8–12 cm Länge und mehreren Blattknoten.
- Schneide knapp unterhalb eines Knotens im 45-Grad-Winkel ab.
- Entferne die unteren Blätter, damit die Energie in die Wurzelbildung fließt.
- Setze den Steckling möglichst zügig ins Bewurzelungsmedium.
Bewurzelung anregen
Der frische Steckling hat noch keine Wurzeln und muss schonend behandelt werden. Bewährt haben sich verschiedene Medien wie Steinwollwürfel, Anzuchterde oder Wasser. Ein Bewurzelungshilfsmittel (Gel oder Pulver) kann die Wurzelbildung unterstützen. Für die ersten Tage gilt:
- hohe Luftfeuchtigkeit (rund 70–90 %), etwa über eine Anzuchthaube
- gleichmäßig feuchtes, aber nicht nasses Substrat
- moderate Temperaturen um 20–25 °C
- indirektes, schwaches Licht statt praller Beleuchtung
Je nach Sorte und Bedingungen zeigen sich nach etwa ein bis drei Wochen erste Wurzeln.
Anzuchtbedingungen und Pflege
Sobald sich Wurzeln gebildet haben, kannst du die Jungpflanzen langsam an mehr Licht und normale Luftfeuchtigkeit gewöhnen. Lüfte die Anzuchthaube schrittweise, damit sich die Pflanzen nicht in einem feuchten Mikroklima verwöhnen. Ein passendes Substrat und ein stimmiger pH-Wert legen jetzt den Grundstein für gesundes Wachstum. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag zum pH-Wert im Grow messen sowie zu Erde und Substraten.
Stecklinge oder Samen?
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Stecklinge liefern gleichmäßige, vorhersehbare Ergebnisse, während Samen mehr genetische Vielfalt bieten. Wer lieber aus Samen startet, findet in unserer Anleitung Cannabis-Samen keimen alle Grundlagen. Das passende Zubehör für die Anzucht – von Anzuchthauben bis Bewurzelungsmedien – gibt es in unserer Anzucht-Kategorie im Growshop.
Mit etwas Sorgfalt bei Schnitt und Bewurzelung gelingt die Vermehrung über Stecklinge zuverlässig. Bei Fragen rund um Ausstattung und Sortiment helfen wir dir gern weiter – schau im Growshop vorbei.

